Vitamin D ist eine lebensnotwendige Substanz und zur Erhaltung der  Zellgesundheit unbedingt notwendig. Schon im Altertum war bekannt, dass sich unter anderem Rachitis durch Sonnenlicht verhüten lässt.
Vitamin D steht den Hormonen näher als den Vitaminen deswegen sollten wir von einem Hormon mit Vitamineigenschaften oder von einem vitaminähnlichen Hormon sprechen. Beim Vitamin D gibt es zwei aktive Verbindungen, Calcidiol und Calcitriol.
Vitamin D bremst die Wucherung von Krebszellen und kann deren Vermehrung stoppen. Ein guter Vitamin D Status aufgrund regelmässiger Sonnenbäder geht mit einem geringeren Krebsrisiko einher.

Die körpereigene Bildung von Vitamin D

Unter UVB-Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 290 und 315 Nanometern (nm) bildet die Haut Vitamin D. Das Maximum der Vitamin D Produktivität liegt bei 297 nm, wobei die Haut das 18 Fache an Vitamin D bildet gegenüber einer UV- Strahlung von 310 nm Wellenlänge. Von 310 bis 315 nm sinkt die Vitamin D Produktivität. Die Vitamin-Produktion beginnt mit Cholesterin, dass der Körper selbst erstellt. Cholesterin wird in Provitamin D3  umgewandelt, aus dem in der Oberhaut durch UVB-Strahlung mittels Photolyse Prävitamin D3 entsteht. Prävitamin D3 von der Oberhaut in die kapillaren der Lederhaut und wird  über  das Blut zur Leber und zu den Nieren transportiert. Dort erfolgt schliesslich die Umwandlung zu Vitamin D. Die Umwandlung in aktives Vitamin D findet nach neusten Erkenntnissen in alle Zellen des Körpers statt. Eine Überproduktion von Vitamin D wird durch die UV-Strahlung verhindert. Ideale Vitamin D Versorgung ist gewährleistet mit häufigen aber kurzen Ganzkörperbestrahlungen, wobei die Rückenhaut das meiste Vitamin D zu bilden vermag. Die Bildung von Vitamin D ist bei gealterter Haut beeinträchtigt. Deshalb sollten sich ältere Menschen bei jeder Gelegenheit der Sonne aussetzen, um sich gut mit Vitamin D zu versorgen.
Mit zunehmender Höhe wird weniger UVB-Strahlung ausgefiltert. Deshalb kann auf Alpengipfeln die Haut an sonnigen Tagen selbst zu Weihnachten Vitamin D bilden.

Haut als endokrines Organ

Hormone werden von den inneren Drüsen gebildet. Dazu zählen Hirnanhangdrüse, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse, Geschlechtsdrüsen, aber auch die Haut. Die Haut bildet unter UV-Bestrahlung neben dem wichtigen Vitamin D Photoisomere, die günstig auf den Stoffelwechsel und die Speicherung von Vitamin D wirken. Ausgiebige Sonnenbäder erhöhen den Östrogen-Spiegel bei Frauen und Testosteron-Spiegel bei Männern. Die Bildung von Sexualhormonen wird angeregt. Durch Sonnenlicht wird zudem eine östrogenähnliche Substanz unter der Haut gebildet. UVB-Bestrahlung aktiviert Östrogen. Die Haut bedarf regelmässiger Besonnung, um ihre Aufgabe als endokrines, hormonbindendes Organ zu erfüllen. Bleibt die UV-Bestrahlung längere Zeit aus, droht eine nachhaltige Störung des Hormonhaushaltes und ein dauerndes Ungleichgewicht. Zur Erhaltung eines gesunden Hormongleichgewichts gibt es keinen Ersatz für das Sonnenlicht.

Vitamin D erhält die Zellen gesund

UVB-Bestrahlung erlaubt eine bessere Versorgung aller Körperzellen mit aktivem Vitamin D als über die Nahrung. Die Zellen werden mit Prävitamin D3  versorgt und bilden daraus selbst das, in den Zellen an Ort und Stelle verbraucht wird.

Vitamin D vermag freie Radikale unschädlich zu machen und zählt zu dem wirksamen Radikalfängern neben Vitamin C, E und Karotin. (gilt nicht für Vitaminpräparate) So ist es verständlich, weshalb ein beständig hoher Vitamin-D-Status mit einem niedrigen Krebsrisiko einhergeht. Vitamin D bremst zudem die Wucherung von Krebszellen und kann deren Vermehrung sogar stoppen. Die Zellen des Immunsystems werden bei guter Vitamin-D-Versorgung aktiviert. Die Abwehrkraft des Körpers nimmt zu.

Der Bedarf an Vitamin D

Früher wurde bei Erwachsenen eine tägliche Vitamin-D-Versorgung mit 200 Internationalen Einheiten IE für ausreichend erachtet. Heute gelten diese niedrigen Angaben als überholt. Die tägliche Versorgung ist wesentlich höher. Professor Holick ein führender Fachmann in der Vitamin-D-Forschung spricht von einer 10 fachen Tages-Einheit, und die Amerikanischen Behörden von einer 5 fachen Menge.

Früher angenommener Tagesbedarf:

Kinder und Erwachsene bis 50 Jahre                            200IE

Tagesbedarf gemäss neuer Forschung:

Kinder und Erwachsene (Mindestbedarf)                    1'000 IE
Kinder und Erwachsene (gute Versorgung)                4’000 IE

Der oben angegebene Bedarf entspricht dem absoluten Mindestbedarf, etwa zur Verhütung von Rachitis und Osteomalzie. Für die Erhaltung der Zellgesundheit sind gemäss den neuen Forschungen nach Holick ca. zehnmal Vitamin D nötig als bisher angenommen.

Vitamin D in der Nahrung:

Kleine Mengen Vitamin D können auch über die Nahrung aufgenommen werden. Der Vitamin-D-Gehalt in rohem Fisch und roher Leber ist zum Teil sogar beachtlich. Doch beim Braten, Backen oder Grillen können bis zu 95% verloren gehen. Gebratene Leber oder Fisch enthält nur sehr wenig Vitamin D. Selbst wenn man auf einen Lebensmittelverzehr mit viel Vitamin D achtet, wird die empfohlene Tageseinheit nicht auch nur ahnehrend  gedeckt. Wir sind demzufolge auf ausreichende UVB-Strahlung über das Sonnenlicht angewiesen.

Vitamin-D-Präparate nur im Notfall

Vitamin-D-Präparate könne einen Vitamin-D-Mangel beheben, sollten jedoch nur bei nachgewiesenem Mangel und nur unter Ärztlichen Kontrollen genommen werden
Sonnenlicht verspricht eine bessere Vitamin-D-Versorgung als über Nahrung oder Präparate. Das unter UV-Bestrahlung selbst gebildete Vitamin D ist dem in Präparaten und in angereicherten Nahrungsmitteln aus folgenden Gründen überlegen:

Vitamin D ist ein Hormon mit vitaminähnlichen Eigenschaften. Hormone der Nahrung zuzusetzen, ist äusserst bedenklich, weil keine Rücksicht auf die individuelle Situation, auf Bedarf und Jahreszeit genommen  wird und selbst eine geringe Überdosierung schaden kann. Eine Überdosierung mit Vitamin D kann bei Sonnenbestrahlung ausgeschlossen werden, Der Körper bildet nur soviel, wie er braucht. Bei übermässiger Zufuhr von Präparaten besteht hingegen die Gefahr einer Vitamin-D-Vergiftung.

Bei Bestrahlung wird Vitamin D besser und schneller im Körper verteilt.Die Vitamin-D-Versorgung über die Nahrung ist schlecht zu kalkulieren und meist unzureichend.
Bei Präparaten ist unklar inwieweit sie verunreinigt sind.
Selbstgebildetes Vitamin D vermag der Körper besser zu speichern.
Vitamin-D-Präparate wirken nur langsam und sind nur wenig effektiv.

Die Zufuhr von Vitamin D über angereicherte Nahrungsmittel kann nie bedarfsgerecht erfolgen und ist deshalb abzulehnen. Im Winter, wenn keine UVB-Strahlung die Erde erreicht, sind geeignete UV-Strahler zu verwenden. All diese Punkte zeigen, wie wichtig die Sonne ist. Sie zeigen auch, dass das vom Körper selbst gebildete Vitamin D dem synthetisch herstellten und mit Präparaten zugeführtes Vitamin D überlegen ist. Vitamin-D-Präparate sind daher nur dritte Wahl nach Sonnenlicht und Sollarien. Die Sonne ist durch nichts zu ersetzen.

Grundsätze für eine optimale Vitamin-D-Versorgung

Möglichtst grosse Hautflächen der Sonne aussetzen. Ideal ist die Ganzkörperbesonnung. Regelmässiges Sonnenbaden, besser oft und massvoll, als selten und zu lange. Im Frühjahr und im Herbst jeden Sonnenstrahl nutzen, vor allem in der Mittagszeit. Im Sommer empfehlen sich dagegen mehr der Vormittag und der Nachmittag zum Sonnenbaden. UV-B Strahler nutzen. Sie sind Vitamin-D-Präparaten vorzuziehen.

Vitamin-D-Mangelerkrankungen

Anhaltender Mangel an Vitamin D Verschlechtert die Kalziumaufnahme und die Kalziumverwertung und kann viele Störungen und Beschwerden zur Folge haben und schliesslich zu ernsten Krankheiten und  bleibenden Schäden führen:

Kalziummangel kann Erregbarkeit, Reizbarkeit und Schreckhaftigkeit hervorrufen, ferner Muskelkrämpfe und Muskelschwäche bis hin zu einer beeinträchtigten Herzfunktion.  Vitamin-D-Mangel vermindert die Kalziumaufnahme im Darm  auch bei reichlicher Kalziumzufuhr über die Nahrung. Die Kalziumaufnahme kann schon nach zwei bis drei Monaten Sonnenmangel auf ein Drittel der sonst üblichen Mengen sinken. Ausserdem erhöhen sich bei Vitamin-D-Mangel die Kalziumverluste über die Nieren.
Starker Vitamin-D-Mangel führt zu Knochenerweichung (Osteomalzie) bis hin zu irreparablen Knochendeformationen: Trichterbrust, Verformung der Becken- und Beinknochen, Brüche der Beinknochen unter geringen Belastungen, ja selbst Schenkelhalsbrüche allein unter dem Körpergewicht, und Schmerzen in Muskeln und Knochen.
Osteoporose: Schwund der Knochenmasse und zunehmende Brüchigkeit der Knochen.
Schlechte Heilung bei Knochenbrüchen.
Infektanfälligkeit und Immunschwäche.

Beeinträchtigung der Zellgesundheit bis hin zur Begünstigung von Diabetes, Autoimmunkrankheiten, Multipler Sklerose, Arthritis und Krebs.